In letzter Zeit ist das Gefühl, das ich am meisten empfinde, Angst und Wut.
Wut auf die ganze Gesellschaft. Jeder kritisiert oder macht jemanden schlecht und man kann es wirklich nie jemanden recht machen. Ich glaub die Gesellschaft verhindet dass so viele Menschen so sind, wie sie wirklich sind. Es gibt genug Leute die denken sie müssen irgendwem irgendwas recht machen, um akzeptiert zu werden, um geliebt zu werden. Aber wieso das ganze? Wie extrem muss das alles sein, um nicht mal so zu leben wie man will? Ich zum Beispiel mach so viele Dinge nicht, weil ich angst vor der Reaktion meiner Mitmenschen habe. Der Gedanke dass sie mich dadurch auslachen, über mich herziehn, abstoßen ist viel zu groß. Manchmal denk ich mir wie schön es wäre jetzt wegzuziehn. In ein Land wo mich wirklich keiner kennt, wo keiner Vorurteile hat.
Wir urteilen so viel und wissen so wenig. Und es macht mich so wütend.
Keiner weiß welche Familienverhältnisse man bei manchen Leuten vorfindet oder was dieser Mensch durchlebt hat. So wenige machen sich Gedanken bevor sie die Meinung sagen. Wie wärs denn mal mit "Wieso hat sie/er so angst vor allem?" "Wieso ist sie/er so unzufrieden mit sich selbst?" "Wieso ist sie/er so, wie sie/er ist?
Was genauso schlimm ist dass die Leute oft nicht mal selbst wissen was sie glauben. Zum Beispiel meinen so viele "Ich hab nichts gegen Schwule oder Lesben" aber wenn sie dann zwei händchenhaltende Männer sieht, sagt man zb auch ja schau dir die an. Oder wenn sowas beim eigenen Freundeskreis vorkommen würde, würde keiner normal reagieren auch wenns jeder behauptet.
Genauso wie viele meinen "ich bin nicht oberflächlich, das aussehen ist egal - der Charakter zählt" - jaja, so denken sicher alle..
Man kanns nie allen recht machen aber wozu muss man das überhaupt? Wird man nicht oft interessanter wenn der andere nicht weiß, wieso man so ist?
Das Leben ist schrecklich, wenn man bei allem immer mit dem Schlimmsten rechnet.
Und es ist so schwer, dass einem geholfen wird weil keiner weiß was in deinem Kopf vorgeht, weil es die meisten einfach nicht verstehen.
Wieso muss man immer urteilen und kann die Dinge nicht einfach hinnehmen, wie sie sind?
Wir wollen immer mehr, immer das neueste und genießen somit nicht das, was wir bereits haben.
Und wieso muss man immer alles kritiseren was man tut oder wie man ist?
Was spielt das für eine Rolle wie die Figur von einem Menschen ist? - Ist er dadurch weniger schön?
Und warum muss man in allem immer gut sein was man macht? Kann man Sachen nicht einfach machen weil die einem Freude bereiten? ich hab immer das Gefühl als Hobby kann man nur sachen bezeichnen, in denen man auch gut ist.
Und alles wird immer ärger. Ich mein wenn einem Leute nicht mal zum Geburtstag gratulieren, mit denen man mal so gut befreundet war?
